Frisch gestrichen

Igler Straße 58 ist die Adresse des Vereinshaus in Igls, in dem auch das Probelokal der Musikkapelle Igls-Vill im ersten Stock beheimatet ist. Diese Adresse zu finden ist ziemlich schwierig und daher sucht man besser das alte Rathaus (so heißt auch die Busstation der Linie J). Hinter diesem Fachwerkbau mit gelben Anstrich versteckt sich das Vereinshaus, in dem nicht nur die MusikantInnen regelmäßig zu finden sind. Im Keller des Vereinshauses befindet sich der Schießstand der Schützengilde (seit einigen Jahren voll elektronisch) und ein kleiner Kammerle für die Schützenkompanie. Das Erdgeschoss belegt die Feuerwehr und auf halben Weg in den ersten Stock hat der Schuhplattlerverein einen Saal mit eingebauter Bar. Über den Feuerwehrautos im ersten Stock ist dann, wie gesagt, das Probelokal der Musikkapelle.

Der Platz vor dem Vereinshaus wurde diesen Sommer neu asphaltiert und vielleicht war das die Anregung für ein paar jung MusikantInnen auch das Probelokal auf Vordermann zu bringen. Unter dem Jahr ist die ganze Woche Betrieb: Dienstag Abend hat die große Kapelle Probe, Donnerstag die BläserInnen in Ausbildung. An den anderen Tagen findet immer wieder Musikunterricht statt. Nur im Sommer ist es etwas ruhiger und damit besteht die Gelegenheit im Probelokal aufzuräumen. Die ist natürlich ein recht undankbare Arbeit, die meist nur alle paar Jahr gemacht wird. Vor einigen Jahren wurden die Kästen einmal gründlich ausgeräumt und dabei wurden Dosen mit Gewürzen gefunden, die schon seit 20 Jahren abgelaufen waren (und damit waren sie schon ungenießbar, als viele der Aufräumenden noch gar nicht geboren waren). Das kleine Kammerle im Nordwesten der Probelokals wurde kürzlich von unseren Zeug- und Notenwarten gewartet. Und heuer war das Probelokal selbst an der Reihe. Lena, Lea, Miriam, Magdalena, Laura, Gabriel, Patrick und Benedikt staubten nicht nur die Pokale in der Vitrine ab. Sie nahmen auch die Fotos und Urkunden auf der Ostwand ab und weiselten den ganzen Raum aus. Dann verzierten sie noch die Wand mit einem schicken roten Streifen in Hüfthöhe. Danke für euer großes Engagement und eure Arbeit!

Um mehr Platz im Probelokal zu schaffen wurde auch noch die Bank im Südost-Eck ausgebaut und vor dem Probelokal wieder aufgestellt. Hier kann sie nach den Proben ein gemütliches Plätzchen werden. Weiters stellten wir die „Spielrichtung“ um. Bisher stand der Kapellmeister stets an der Nordwand mit Blick auf den Patscherkofel. Im „neuen“ Probelokal steht er nun an der Westwand und am Dienstag den 13.09.2016 probten wir zum ersten Mal in eine neue Richtung.

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Familienfest 2016

Der Sonntag nach Ägidi ist immer der letzte Sonntag, bevor die Schule wieder startet. Es ist der Sonntag des Familienfestes in Igls und das schon seit 30 Jahren. Da gehört nach der Messe auch das Konzert der Musikkapelle Igls-Vill im alten Schulgarten dazu. Heuer mussten wir mit einer „Bullriding“-Maschine konkurrieren, bei der die Kinder Schlange standen. Dafür war das Wetter für fast schon Mitte September sehr sonnig und mild. Alle Jacken waren ausgezogen. Umso erstaunlicher gab es auch keinen Föhn, nicht einmal ein kleines Lüftchen. So konnten wir auf Wäscheklammern zur Notensicherung verzichten und wieder ein paar Stücke spielen, die nicht im Marschbuch zu finden sind.

Ägidi 2016

Wer hat im Sommer sein Instrument im Instrumentenkoffer gelassen? Ich bin mir sicher: Zumindest der Igler Kirchenpatron hört es sofort. Denn das erste Ausrücken der Musikkapelle Igls-Vill nach der Sommerpause ist die Ägidi-Prozession, heuer am 04. September 2016. Manche nützen noch zwei Einstiegsproben vor Ägidius, andere springen gleich vom warmen Meerwasser ins kalte Ausrückungswasser. Und Ägidi hat es tatsächlich in sich: Zuerst musikalische Begleitung der Messe, dann Prozessionsmärscher durch Igls, von 11 bis 12 noch Konzert im alten Schulgarten. Hier spielen wir oft – auch der Sommerpause geschuldet – nur ein Marschkonzert. Doch heuer kamen auch andere, moderne Stücke zum Einsatz: Uptown Funk, Queen Opener, Sir Duke. Ein Gast lobte unseren Kapellmeister für den frischen Schwung. Gleichzeitig meinte er, dass wohl kaum ein Zuhörer die Stück kennen würde. Für das nächste Jahr, wenn er wiederkommt wünscht er sich zum Beispiel etwas von den Beatles. Vielleicht erwünschen wir diesen Wunsch ja.

Für einen Lacher sorgte auch noch unsere Standard-Aushilfe Kalle an der Tuba. Gerade war das Marschbuch noch da. Kaum auf der Bühne, war es verschwunden. Nachdem die Jacke mehrmals durchsucht worden war – nicht nur von Kalle – und ihre nähere Umgebung abgesucht hatten, fand sich das Marschbuch: es war unter Kalles Hut, den er auf den Boden gelegt hatte.

Das Ende des Konzertes ist jedoch noch nicht das Ende für uns MusikerInnen. Denn Nachmittags findet immer das traditionelle Ägidi-Grillen für alle Mitglieder und Freunde der Musikkapelle statt. Heuer waren wir im Garten unserer MitmusikantInnen Anna, Miriam und Johannes in der Eichlerstraße eingeladen (danke für die Gastfreundschaft). Um die 70 Leute (8 Monate alt bis über 80 Jahre) genossen die Grillkunst unseres Kapellmeisters und unseres Obmanns. Dazu gab es selbst gemachte Salate gefolgt von selbst gemachte Nachspeisen. Als Dank für die Gastfreundschaft spielten wir den Gastgebern natürlich einige Märsche und dann folgten noch die Klänge einer Inntalerpartie. So fordert Ägidi jedes Jahr den Ansatz heraus und macht gleichzeitig Freude für den musikalischen Herbst.

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Das Titelfoto zeigt die Musikkapelle von hinten nach der Prozession auf dem Kirchplatzl. Im Hintergrund die Schützen mit Fahnen kurz vor einem Salutschuss.

Das zweite Foto zeigt die ZuhörerInnen beim Konzert im Schulgarten.