Start nach der Sommerpause

Nach einer längeren Sommerpause startet die Musikkapelle Igls-Vill am 29.08.2017 wieder mit einer ersten Probe in die Saison. Unser Kapellmeister Klaus berichtet noch vom Italienurlaub. Dort war er am 15. August bei einer Prozession dabei. Die katholische Kirche begeht an diesem Datum den Feiertag Mariä Himmelfahrt und in Italien wird er mit Ferragosto bezeichnet (von lateinisch Feriae Augusti = Festtag des Augustus). Er gilt als einer der wichtigsten kirchlichen und familiären Feiertage Italiens und auch als der heißeste Tag des Sommers. Und so lauschte Klaus der italienischen Banda, die anders als bei uns flotte, ja lustige Märsche zur Prozession spielten und auch gar nicht im Gleichschritt marschierten. Auch ist die Musik in Süditalien von der deutschen Musik geprägt und so wurde auch der Marsch „Unter dem Doppeladler“ gespielt. Am Ende der Prozession wurden alle Statuen wieder zur Kirche getragen und nach dem Schlusssegen gab es noch den Radetzky-Marsch.

Diesen Marsch werden wir wohl nicht zur Ägidiprozession spielen, die am kommenden Sonntag fin Igls bei Schönwetter stattfindet. Stattdessen gewöhnten wir uns mit Prozessionsmärschen sowie einigen Walzern und Polkas wieder an die Instrumente.

Herz-Jesu 2017

Viele Leute glauben an Zaubersprüche, die die Zukunft vorhersagen. Einer davon lautet: „Regnet es am Siebenschläfertag (27. Juni), es noch sieben Wochen regnen mag“. Dieser Spruch liegt tatsächlich zwei Drittel bis drei Viertel richtig, sofern man auf das Wetter rund um den Monatswechsel achtet. Andere Wetter-Regeln gelten nur in einer kleinen Region. Ein solches regionales Wetter-Phänomen ist mir bei den Prozessionen in Igls und Vill zu Ohren gekommen: Vor allem die Viller behaupten, dass es zur
Fronleichnamsprozession in Vill meist schönes Wetter gibt und meist schlechtes Wetter zur
Herz-Jesu-Prozession in Igls zehn Tage später. Pfarrer Magnus Roth macht leider keine Aufzeichnungen darüber, ob eine Prozession wegen Schlechtwetter abgesagt wird. Er wies mich jedoch darauf hin, dass es in Vill nur eine Prozession gibt (zu Fronleichnam), in Igls jedoch zwei (Herz-Jesu-Sonntag und Ägidi). Damit kann wohl die Herz-Jesu-Prozession in Igls leichter abgesagt werden, als die Fonleichnam-Prozession in Vill. Schließlich haben die Igler noch eine zweite Chance auf eine Prozession.

Doch wie war das Wetter nun tatsächlich an den Prozessionstagen? Zuerst suchte ich Rat beim Atmosphärenwissenschaftler Prof. Dr. Rotach von der Universität Innsbruck. Bei ihm erfuhr ich, dass unser Wetter-Phänomen nicht wirklich in die Zuständigkeit der Atmosphärenwissenschaft (dazu gehört die Meteorologie und die Klimatologie) fällt. Diese vergleicht nämlich üblicherweise gleiche Kalender-Daten (zum Beispiel: Das Jahr 2016 zählt zu den 25 meist verregneten Jahren seit Beginn der Niederschlagsmessungen im Jahr 1858). Fronleichnam liegt dagegen zwischen dem 21. Mai und dem 24. Juni, da es von Ostern und damit vom ersten Frühlings-Vollmond abhängt. Damit kann es sogar vorkommen, dass Fronleichnam und Herz-Jesu auf den gleichen Tag fallen (natürlich in unterschiedlichen Jahren).

Doch Herr Prof. Dr. Rotach empfahl mir Herrn Dr. Johannes Vergeiner von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zu kontaktieren. Dieser wertete die Wetterdaten der letzten 27 Jahre der Wetter-Stationen Innsbruck-Flughafen und Patscherkofel aus. Und tatsächlich war das Wetter in den letzten 27 Jahren zu Fronleichnam im Schnitt sonniger und weniger regnerisch als am Herz-Jesu-Sonntag. (Zum Beispiel regnete es ca. an 50% der Herz-Jesu-Sonntage, aber nur zu 25% bis 33% an Fronleichnam). Die Temperaturen selbst waren hingegen sehr ähnlich.

Einem Statistiker reichen 27 Jahre aber leider nicht aus, um von einer Regelmäßigkeit zu sprechen. Die Beobachtungen könnten immer noch zufällige Wetter-Schwankungen sein. Daher bleibt es vorerst den IglerInnen und VillerInnen überlassen, ob sie an folgende Wetter-Regel glauben:

Erfreut Fronleichnam Vill mit Sonnen-Segen,

gibt’s am Herz-Jesu-Sonntag in Igls Regen.

Den ersten Test bestand die Wetter-Regel am 25. Juni 2017: Nachdem Fronleichnam herrlich sommerlich verlaufen war, regnete es am Herz-Jesu Sonntag. Die Messe gestalteten wir wieder mit Stücken aus dem neuem Gotteslob. Danach fanden wir uns in der Feuerwehr-Garage unter unserem Probelokal ein, wo wir das übliche Frühschoppen-Konzert spielten. Es waren so wenig Besucher, dass wir diesmal sogar in der Garage selbst spielen konnten und nicht vor der Garage unter den Partyzelten. Doch möglicherweise war es auch das letzte Konzert dieser Art. Denn zukünftig dürfte das Konzert wohl abgesagt werden, wenn es nicht im alten Schulgarten stattfinden kann.

Noch eine Anekdote am Rand: In der Igler Kirche wurden die Lieder aus dem Gotteslob wieder durch gedruckte Zettel angeschlagen und nicht mehr elektronisch. Vor einiger Zeit hatte der Blitz in die Igler Kirche eingeschlagen und dabei war ein Schaltelement kaputt gegangen. Dieses wurde zwar getauscht, aber es passierte Folgendes: Unsere Querflöten-Spielerin Lea übte gerade an der Orgel, als zwei Männer in die Kirche kamen. Sie wollten in die Sakristei. Denn dort hätten sie ein Störsignal lokalisiert, dass den internationalen Funkverkehr vom Flughafen Innsbruck störte. So musste das Schaltelement vorerst abgeschaltet werden.

Fronleichnam 2017

Der 15. Juni 2017 zeigt sich von seiner sommerlichsten Seite und so war es ein Vergnügen bei der Fronleichnams-Prozession über die Viller Felder zu ziehen. Rundherum die Bergkulissen mit Serles, Habicht und Nordkette und von Fern verraten ein paar dumpfe Kanonenschläge, dass auch in anderen Orten Prozessionen stattfinden.

Musikalisch war bei diesem Ausrücken jedoch einiges anders. Zwar spielten wir bei der Prozession selbst die alt-bewährten Prozessionsmärsche. Doch zur Messgestaltung wagten wir uns an einige Stücke im neuen Gotteslob heran. Diese Wagnis hatte durchaus seine Tücken wurde aber im Großen und Ganzen ein Erfolg. Auch beim Frühschoppen-Konzert nach der Prozession beim Turmbichl spielten wir diese Mal nicht nur Märsche. Stattdessen kamen auch einige „Egaländer“, Polkas etc. zum Einsatz und damit ein traditioneller Kontrast zu den teils sehr modernen Stücken beim Frühjahrskonzert.