Wellenreiten

Das Wellenreiten, auch Surfen, ist ein Wassersport aus Hawaii, bei dem die dynamische Form einer Wasserwelle ausgenutzt wird, um sich auf einem Surfbrett stehend auf dem Wasser fortzubewegen. Dabei ist diese Art der Fortbewegung gerade für Ungeübte eine äußerst wackelige Angelegenheit und der Fall ins Wasser fast unvermeidlich. Man kann sich also vorstellen, wie unsicher wir uns fühlten, als wir mit der Musikkapelle Igls-Vill eine besondere Art des Wellenreitens in Angriff nahmen. Unser Surfbrett war kein Snowboard, sondern unser Neujahrskonzert am 05. Jänner 2022. Und statt der erfrischenden Meeresgischt umwogten uns die Virus-Wellen der Covid-19 Pandemie.

Im Herbst starteten wir frohen Mutes in die Probenphase. Doch die Delta-Welle, ausgelöst durch die Delta-Variante des Corona-Virus, baute sich auf. Sie gipfelte in einem Lockdown von Ende November bis Anfang Dezember, in dem wir keine Proben durchführen konnten. Trotzdem hielten wir am Konzerttermin fest und probten weiter unter Einhaltung der Auflagen wie zum Beispiel 2G (geimpft und getestet). Zum Jahresende flachte sich die Delta-Welle ab. Doch schon baute sich die neue Omikron-Welle auf und es war unsicher, ob überhaupt ein Konzert zugelassen wurde. Zwar konnten Pandemie-bedingt nicht alle Mitglieder beim Konzert dabei sein, doch schließlich spielten wir das Konzert am 05. Jänner 2022.

Auch von die Zuhörer:innen mussten neue Wege beschreiten: Statt freiem Eintritt mit Sektempfang, gab es nur Eintrittskarten im Vorverkauf gegen eine Anmeldegebühr und beim Konzert waren fest vergebene Sitzplätze und eine 2G-Regel vorgeschrieben sowie ein Bewirtung untersagt. Dennoch ließen sich ca. 150 Musik-Begeisterte nicht den Genuss unseres Neujahrskonzertes nehmen.

Kapellmeister Klaus Graf wählte geschickt passende Stücke aus, die teilweise den widrigen Probebedingungen Rechnung trugen. Als Thema zog sich zwar nicht das Wellenreiten, aber doch die Fortbewegung mit allerleit Mitteln durch die Stücke: Schifffahrt, Luftfahrt und Raumfahrt, wie man an den Namen der Stücke erkennen kann:

  • Josef Ulrich: Astronauten-Marsch
  • Leonard Bernstein: Overture to „Candide“
  • Philip Sparke: Hanover Festival
  • Arrangiert von Michael Brown: Guardians of the Galaxy
  • Florian Bramböck: Jojoba, Raggae für Horn und Orchester
  • Johann Strauß: Annen-Polka
  • Johann Strauß: Explosions Polka
  • Johann Strauß: An der schönen blauen Donau – Walzer
  • Carl Teike: Graf Zeppelin-Marsch

Pfarrer Magnus Roth führte wieder gewandt durch den Abend. Neben dem traditionellen Donau-Walzer war der Höhepunkt des Abends das Stück Jojoba. Der anwesende Komponist Florian Bramböck hörte seinen Raggae für Horn und Orchester gespielt von der Musikkapelle Igls-Vill und dem Solo-Hornisten des Innsbrucker Symphonieorchesters sowie mehrfachen Preisträger nationaler sowie internationaler Wettbewerbe Joan Bautista Bernat Sanchis.